konzierge-Kooperation: Türöffner zur Klausel-Bibliothek

Mit rechtssicheren Klauseln beinhaltet die RDB Rechtsdatenbank bereits seit 2023 eine neue Dokumentenkategorie. Die Klauseln gewähren schnellen Zugriff zu Regelungen, die häufig bei bestimmten Vertragstypen verwendet werden, und unterstützen bei der effizienten Vertragserstellung.
Das Word-Add-In RDB Genjus Klausel-Bibliothek (downloadbar im Add-In Store von Microsoft) ermöglicht die Suche nach diesen Klauseln und den Zugriff darauf. Die Vertragsbestandteile können so direkt in Word-Dokumente übernommen bzw per Drag & Drop in einen bestehenden oder im Entstehen befindlichen Vertrag eingefügt werden. Der Onlinecontent passt sich automatisch der Formatierung und Hierarchie des jeweiligen Dokuments an.
Von Unternehmensrecht bis Arbeitsrecht
Verfasst werden die Klauseln von Praktiker:innen für die Praxis. Den Anfang machte SimpLEX-Doks-Gründer Christian Pindeus, der bis jetzt 396 Klauseln zu Unternehmens- und Gesellschaftsrecht verfasste.
42 neue Klauseln befassen sich mit dem Arbeitsrecht und sind seit Kurzem online. Dafür sorgt mit Andreas Tinhofer, Partner der Kanzlei Krichmayr Tinhofer, ein ausgewiesener Experte in diesem Bereich.
Zivilrecht: Vertrag leicht gemacht
Eric Heinke, Rechtsanwalt (Heinke + Partner) und Vizepräsident der Rechtsanwaltskammer Wien, betreut die Klausel-Bibliothek im Zivilrecht als Herausgeber. Der Herausgeber selbst, Nicole Havlik und Alexander Scheer verfassten vorerst 196 Klauseln zum Familienrecht, Sabine Barbach, Anton-Alexander Havlik und Katrin Korak-Kohl 84 Klauseln zum Schuldrecht (allgemeine Verträge) sowie Anton-Alexander Havlik und Sylvia Unger 85 Klauseln zum Bestand- und Liegenschaftsrecht. Als Einzelautor:innen steuerte Alexander Hofmann 50 Klauseln zum Erbrecht und Bianca Holzer 62 Klauseln zum gewerblichen Rechtsschutz bei.
„konzierge sieht sich als Türöffner zu automatisierten Anwendungen für Rechtsanwaltskanzleien.“
ALEXANDER KRYZA, KONZIERGE
Zusammenarbeit mit Legal-Tech-Startup konzierge
2025 geht es Schlag auf Schlag: „Die Bibliothek wird heuer voraussichtlich um 300 Klauseln zum Arbeitsrecht erweitert. Dazu kommen zusätzliche 150 Klauseln zum Unternehmens- und Gesellschaftsrecht sowie 100 Klauseln zum Zivilrecht“, kündigt Reinhard Bradatsch an. Besonders viel Freude hat der Onlineproduktmanager an der jüngst gestarteten Kooperation mit konzierge.
„Der Unternehmensname ist eine Verbindung von ,Konzipient‘, also Rechtsanwaltsanwärter, und ,Concierge‘“, erklärt Gründer Alexander Kryza. Der Zusammenhang mit dem französischen Wort für die Portierin bzw den Portier: „Wir wollen der Türöffner zu automatisierten Anwendungen für Rechtsanwaltskanzleien sein.“
Individualisierte Klausel-Datenbank
Gegründet wurde das Legal-Tech-Startup im Jahr 2022. Das Ursprungsprodukt: ein Software-Tool zur Vertragsautomatisierung im Immobilienbereich inklusive Schnittstellen zu Grund- und Firmenbuch. Kryza: „Stets geht es uns darum, repetitive Arbeiten so weit als möglich zu rationalisieren und zu automatisieren.“
In weiterer Folge wurde das Angebot um die Möglichkeit erweitert, Verträge hochzuladen. Das konzierge-System im Hintergrund bereitet die Daten auf und beschlagwortet die Vertragsbestandteile automatisch. So entsteht letztlich eine kundenindividuelle Klausel-Datenbank.
„Durch die Zusammenarbeit mit konzierge steht unsere exklusive Klausel-Bibliothek nun weiteren Praktikerinnen und Praktikern zur Verfügung.“
REINHARD BRADATSCH, MANZ
Geplant: Recherchefunktion & Legal Check
Durch die Zusammenarbeit mit MANZ wird die individuelle Klausel-Datenbank nun in einem ersten Schritt um die genannten 900 Standardklauseln aus Zivilrecht, Arbeitsrecht sowie Unternehmens- und Gesellschaftsrecht erweitert, wozu noch heuer mehr als 500 weitere Klauseln kommen. konzierge-Kund:innen können darauf mittels Schnittstelle zur Klausel-Bibliothek in der RDB über eine Weboberfläche oder über ein Word-Add-In zugreifen.
Verknüpft sind die Klauseln mit den jeweils passenden RDB Keywords. Kryza schwebt überhaupt eine weitere Verschränkung der Kanzlei- mit den RDB-Inhalten vor. „In näherer Zukunft wollen wir eine Recherchefunktion inkludieren. Anwält:innen, die ihre individuellen Klauseln auf Aktualität überprüfen wollen, sollen relevante RDB-Inhalte vom Zeitschriftenartikel bis zur OGH-Entscheidung dazu angezeigt bekommen.“
Denkbar ist künftig auch ein Legal Check, bei dem automatisiert geprüft wird, ob bestehende Klauseln aufgrund aktueller Entscheidungen zu überarbeiten sind. Eine mögliche weitere Entwicklungsstufe umfasst KI-Funktionalitäten. „Entsprechend trainierte generative Sprachmodelle könnten unter Einbeziehung eben dieser Entscheidungen selbständig eine neue Klausel formulieren.“
Bearbeiteter und gekürzter Auszug aus der MANZ-Zeitschrift RECHTaktuell. Mehr über die Vorteile der konzierge-Kooperation erfahren Sie im vollständigen Artikel der Printausgabe (hier auch als ePaper verfügbar). Nähere Infos zur RDB Genjus Klausel-Bibliothek finden Sie auf der MANZ-Website.